Es warn einmal zwei Bauerssöhn (vor 1856, Odenwald)

Raub-Mord-Totschlag | | 2012
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Es warn einmal zwei Bauerssöhn
die hatten Lust in Krieg zu gehn
wohl ins Soldatenleben

Sie blieben aus ein lange Zeit
und machten sich ein große Beut
an ungarischen Dukaten

Und als sie wieder nach Hause kam´n
Frau Wirtin an dem Fenster stand
mit ihr´n schwarzbraunen Augen

Frau Wirtin hat sie die Gewalt
ein Reiter über Nacht zu behalt´
ein Reiter zu logieren

Ja die Gewalt die hab ich wohl
die eine Frau Wirtin haben soll
ein Reiter zu logieren

Der Reiter setzt sich oben an Tisch
sie trug ihm auf gebackne Fisch
dazu eine Kann mit Weine

Frau Wirthin tragt nur auf was ihr wollt
ich hab viel Silber und rotes Gold
und ungarische Dukaten

Und als es kam um Mitternacht
Frau Wirthin zu ihrem Manne sprach
Wir wolln den Reiter morden

Laß du den Reiter Reiter sein
es bleibt ja nicht für uns allein
es bleibt uns nicht verschwiegen

Die Frau stund auf mit allem Fleiß
sie macht das Fett im Pfännchen heiß
und tuts dem Reiter eingießen

Sie nahm ihn bei seiner schneeweißen Hand
schleift ihn in Keller in kühlen Sand
Da lieg und bleib verschwiegen

Des Morgens früh um halber vier
stund sein Kamrad schon vor der Tür
Frau Wirtin wo ist der Reiter

Der Reiter der ist nicht mehr hie
er ist geritten in aller Früh
der Reiter ist schon weiter

Wie kann der Reiter weiter sein
sein Rößlein steht im Stall allein
mit Sattel und mit Zäumen

Habt ihr dem Reiter was Leids getan
so habt ihrs eurem Sohn getan
der aus dem Krieg ist kommen

Ei du verfluchtes Geld und Gut
bringst Manchen um sein guten Mut
und um sein jung frisch Leben

Die Frau gleich in den Brunnen sprang
der Mann sich in der Scheuer aufhang
sind das nicht drei Mordthaten

Diese Fassung der „Mordeltern“ aus dem Odenwald – abgedruckt in Deutscher Liederhort (1856) von Ludwig Erk

Die Strophen 3, 4 u 5 finden sich wieder in dem Liede: “ Es wollt ein Fuhrmann ins Elsaß fahrn “ (Vgl. Frankfurter Lieder-Büchlein , 1582 und 1584 Nr 239, siehe Uhland II 734 — Ferner Hoffmann von Fallersleben : Schlesische Volkslieder S. 62)

Folgende Anmerkungen von Ludwig Erk zu den Variationen im Text –
1,2: Die hatten Lust ins Feld zu gehn, wohl unter die Soldaten — 2,2: Sie machten auch ein große Beut an Silber und an Golde — 3: Sie haben sich ganz kurz bedacht / und sich bald wieder nach Haus gemacht / nach Haus warn sie geritten — Sie ritten vor der Frau Wirtin Haus / Frau Wirtin schaut zum Fenster raus / und bot ihn guten Morgen — 4,2: ein Reiter über Nacht zu bhaltn, den Reiter zu gastieren — 5: Warum werd (sollt ich) die Gewalt nicht habn zwei Reiter über Nacht zu behaltn dazu und auch gastieren — 5a: Und als der Ein in die Stube nein trat den Geldgurt auf den Tisch er warf Frau Wirthin soll ihn ausheben — 6: Sie deckt ihm ein schneeweißen Tisch und trug ihm auf gebackne Fisch — 7,3: ich kanns ja wol bezahlen — 8,1: Und als der Reiter schlafen war — Und als die Mitternacht anbrach– 9: Ach Weib laß du das Morden sein und bleib bei mir im Bett allein — 10,2: sie macht das Schmalz im Pfännchen heiß , und goß´s dem Reiter in Halse — 11: Sie griff den Reiter bei der Hand schleppt ihn in Keller in kühlen Sand Hier lieg … — 12: Des Morgens als der Tag anbrach da kam dem Reiter sein Kamerad „Und wo ist denn mein Reiter?“ — 14,3: gesattelt und gezäumet — sein Rößlein tut nicht weichen — 14: Sie suchten aus das ganze Haus, sie suchten aus das Kellerhaus, drin fanden sie ihn liegen — 16: O du verdammtes Geld und Gut , bringst Manchen um sein junges Blut, wohl Manchen um sein Leben — 17: Die Mutter in das Wasser sprang , der Vater der sich selbst erhang , drei Mord an Einem Tage

1856







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