Es waren zwei Königskinder (1926)

Liebeskummer | | 2011
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Es waren zwei Königskinder
die hatten einander so lieb
sie konnten zusammen nicht kommen
das Wasser war viel zu tief

„Ach, Liebster, könntest du schwimmen
so schwimm doch herüber zu mir!
Drei Kerzen will ich anzünden
und die sollen leuchten dir.“

Das hört´ eine falsche Nonne
die tät, als wenn sie schlief
Sie tät die Kerzlein auslöschen
Der Jüngling ertrank so tief

Es war am Sonntagmorgen
die Leute waren alle so froh
nicht so die Königstochter
die Äuglein, die saßen ihr zu

„Ach Mutter, herzliebste Mutter
mein Kopf tut mir so weh
darf ich nicht gehen spazieren
wohl an die grüne See.“

Die Mutter ging nach der Kirche
die Tochter an den Strand
Sie ging so lange spazieren,
bis sie einen Fischer fand

„Ach Fischer, liebster Fischer
willst du verdienen groß´ Lohn?
So wirf dein Netz ins Wasser
und fisch mir den Königssohn!“

Er warf das Netz ins Wasser
er ging bis auf den Grund
er fischte und fischte so lange
bis sie den Königssohn fand

Sie schloß ihn in die Arme
und küßt´ seinen bleichen Mund:
„Ach, Mündlein, könntest du sprechen,
so wäre mein jung Herze gesund.“

Was nahm sie von ihrem Haupte
eine goldene Königskron
„Sieh da, wohledler Fischer
hast deinen verdienten Lohn!“

Was zog sie von ihrem Finger
ein Ringlein von Gold so rot
„Sieh da du wohledler Fischer
kauf deinen Kindern Brot!“

Sie schwang um sich ihren Mantel
und sprang wohl in die See
„Gut´ Nacht, mein Vater und Mutter
ihr seht mich nimmermehr‘!“

Da hört man ein Glöcklein läuten
Da hört man Jammer und Not
Hier liegen zwei Königskinder
die sind alle beide tot

Text aus dem Niederdeutschen, nach 1800 aufgezeichnet. Der hochdeutsche Text nach Hoffmann von Fallersleben , 1819. Melodie 1807 zuerst gedruckt – Angaben nach Weltkriegs-Liedersammlung (1926) , darin diese Version von Es waren zwei Königskinder

1926







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