Es waren einmal zwei Bauerssöhn (vor 1926, Lothringen)

Balladen und Moritaten | Raub-Mord-Totschlag | | 2012
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Es waren einmal zwei Bauerssöhn
die hatten Lust in den Krieg zu gehn
wohl ins Soldatenleben

Sie haben sich noch eins bedacht
Und haben sich auf die Reise gemacht
„Nach Hause wollen wir reisen

Sie reiten vor Frau Wirtin ihre Tür
Frau Wirtin können wir nicht bleiben hier
Zwei Reiter und auch zwei Rösselein

Was tät mieh denn mein Wirtschaft batten
enn ich nicht könnt über Nacht behalten
Zwei Reiter und auch zwei Rösselein

Sie setzen sich wohl an den Tisch
sie tragen ihnen auf gebackene Fisch
dazu ein Schweinebraten

Traget auf, traget auf nur, was ihr wollt
wir haben viel Silber und rotes Gold
Dazu viel hundert Dukaten

Frau Wirtin nahm das Wort in acht
des Nachts zu ihrem Manne sprach:
„Den Reiter wollen wir morden“

„Ach nein, ach nein, das kann nit sein
lass du den Reiter nur Reiter sein
es bleibt ja nichts verschwiegen“

Die Frau stand auf mit völligem Fleiss
Und macht das Fett im Pännelein heiss
in den Hals tut sie´s ihm eingiessen

Sie greift ihn bei seiner scheeweissen Band
Schleift ihn in den Keller, in den roten Sand
„Da bleibst du schon verschwiegen“

Am Morgen, wie es Tage war
da kommt dem Reiter sein Kamerad
Wo ist nur dann der Reiter?

„Der Reiter, und der ist weit von hier,
er ist geritten in aller Früh
er ist schon weit von dannen!“

„Ach nein, ach nein, das kann nit sein
Sein Rösselein steht im Stall allein
Sein Rösselein oder sein Rosse

Habt Ihr dem Reiter was Leids getan
so habt ihr´s euerem eigenen Sohn getan
Der aus dem Krieg ist kommen

Die frau, die hat sich in den Speicher gehängt
Der Mann, der ist in den Brunnen gesprung´n
Die Tochter ging als hin und her
und schreit und weint ja also sehr

Sie schreit und weint ja also sehr
Sie schreit und weint ja also sehr
Ach, du mein herzliebster Bruder

Verfluchtes Gut, verfluchtes Geld
Du bringst ein manchen in der Welt
wohl um sein jung, frisch Leben

Text und Musik: Diese Fassung aus Lothringen
Vorgesungen von Peter Gangloff ( Molters Peter ) Melodie aufgenommen von Cl. Weber am 23. Juni 1918.
„Dieses Lied aus den Zeiten des 30-jährigen Krieges besingt eine schauerliche Begebenheit, die sich nach den einen 1618 zu Leipzig , nach den anderen 1649 in Böhmen zugetragen haben soll. Mit verschiedenen Abweichungen in Wort und Weise sangen dieses Lied auch die Bickel-Kättel und Christoph Haffner (1860.1926) aus Hambach .“
( mit den Anmerkungen in : Verklingende Weisen I , 1926.)

1926







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