Es war einmal ein feiner Knab (vor 1856, Niederrhein)

Allgemein | | 2012
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Es war einmal ein feiner Knab
der liebt sein Schätzchen sieben Jahr


Wol sieben Jahr und noch viel mehr
als wenn der Lieb kein Ende wär

Der Knab der reist ins fremde Land
derweil wird sein Herzliebchen krank


Ja krank ja krank bis auf den Tod
drei Tag drei Nacht sprach sie kein Wort


Und als der Knab die Botschaft kriegt
daß sein Feinsliebchen krank da liegt


Da ließ er all sein Hab und Gut
wollt sehn was sein Feinsliebchen thut


Guten Tag guten Tag Herzliebste mein
was machst du hier im Bettelein


Schön Dank schön Dank mein feiner Knab
mit mir wirds heißen bald ins Grab


Nicht so nicht so Herzliebste mein
die Lieb und Treu muß länger sein


Er nahm sie gleich in seinen Arm
da war sie kalt und nicht mehr warm


Geschwind geschwind bringt mir ein Licht
mein Schätzchen stirbt daß Niemand sicht


Zuvor hatt ich ein große Freud
jetzt muß ich tragen ein schwarzes Kleid 


Ein schwarzes Kleid und noch viel mehr
mein Trauern nimmt kein Ende mehr

Text und Musik: Verfasser unbekannt – mündlich vom Niederrhein ( Moers etc) Auch in Schlesien , in Brandenburg , im Meiningenschen in der Provinz Sachsen


Ludwig Erk führt in Deutscher Liederhort (1856) folgende Variationen in den aufgezeichnetem Textfassungen an:


1,2: Der liebt sein Schatz ein ganzes (wohl manches) Jahr — 2: Ein ganzes Jahr und noch viel mehr, die Lieb die nahm kein Ende mehr — 3: Der Knab der zog (reist) ins fremde Land unterdessen ( dieweil – zur Zeit) ward ihm sein Schätzchen krank — 5,2 daß sein Feinsliebchen totkrank (kranke) liegt — 6,2: und reist nach seinem Schätzchen zu — 7: Grüß Gott grüß Gott lieb Schätzelein, was machst du hier im Bett allein — 8a: Mit mir wirds heißen, wohl in das Grab, da unsre Lieb ein Ende hat — 9: Nicht so, nicht so, feins Schätzelein, die treue Lieb soll länger sein — 10a: In seinem Arm ist sie verschiedn und war eine reine Jungfer gebliebn — ll,l: Geschwind, geschwind, zündt an ein Licht — Ach Mutter schlagt geschwind ein Licht — 11a: Und als das Licht geschlagen war, da war der Schatz gestorben gar — 13,2: ich seh mein Schatz jetzt nimmermehr — 13a: Es dauert kaum ein halbes Jahr, da wuchsen zwei Lilien ( Nelken ) auf ihrem Grab , und unter den Lilien stand geschrieben: Hier sind zwei Liebchen in Gott gebliebn — 13b: Und wenn die Lilien werden Rosen tragn, dann soll mein Trauern ein Ende han — 14: Er trug das Kleid wohl sieben Jahr, bis daß es gar zerrissen war — 14a: Wo krieg ich denn sechs (zwölf) junge Knabn (Sechs junge Knaben die muß ich han ) die mir mein Schatz zu Grabe tragn: „Sechs junge Knaben sind schon bereit in Sammt und Seide sind sie gekleidt ( die mir forttragen all mein Freud)“ Ein schönes Grab, das muß auch sein, von lauter Mauer und Marmelstein . Und auf dem Grab , da liegt ein Stein, drauf steht geschrieben: Vergiß nicht mein

1856
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Die Noten zu "Es war einmal ein feiner Knab (vor 1856, Niederrhein)":

10043




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