Es war ein Philosoph (Ferdinand Lasalle)

Trauerlieder | | 2008
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Es war ein Philosoph – und schauen
wollt´ er das Wesen aller Dinge
die Falte über seinen Brauen
auf seiner Stirne bebend spielte
und wand sich gleich dem Schlangenringe
der Weisheit Ewigkeitssymbole –
Auch war es ja nur nach dem Wohle
der ganzen Welt, nach dem er zielte

Und wandeln sah man den Gedanken
auf  seinem blassen Angesicht
den mächtigen, der alle Schranken
den Leib auch, der ihn trägt, zerbricht
So glich er selber einem Kranken
doch hatt er einen Stab: die Pflicht.
Die Pflicht, als Sämann hinzuwandeln
und Keim und Samen auszustreuen
Daß sich die morsche Welt erneuen
verjüngen mag in Tat und Handeln
und wenn er sprach – dann stürzend jagte
das Wort sich wie ein wilder Fluß
ob er geahnt, das was er sagte
er schnell zu sagen eilen muß
eh ihm der letzte Morgen tagte?


Es war ein Stern – zu früh verraucht
ein Morgenrot – zu früh verhaucht
ein junger Hirsch – zu früh gefällt
ein Glas voll Glut – zu früh zerschellt
ein weiser Spruch – zu früh verklungen
ein neues Schwert – zu früh zersprungen


zum Tode Ferdinand Lasalles am 31. August 1864
Text: H. D. –
ohne Musik im Anhang von Max Kegel : Sozialdemokratisches Liederbuch von 1896, Seite 111







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