Es war ein Markgraf an dem Rhein (vor 1856, Heilbronn)

Verlorene Eltern | | 2012
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Es war ein Markgraf an dem Rhein
der hatte drei schöne Töchterlein

Zwei Töchter früh heiraten weg
die Dritte hat ihn ins Grab gelegt

Dann ging sie singen vor Schwesters Tür
Ach braucht ihr keine Dienstmagd hier

Ei Mägdlein du bist viel zu fein
du gehst gern mit den Herrelein

Ach nein ach nein das tu ich nicht
meine Ehre mir viel lieber ist

Sie dingt das Mägdlein auf ein Jahr
das Mägdlein dient ihr sieben gar

Und als die siebn Jahr umme warn
das Mägdlein fing zu kränkeln an

Sag Mägdlein wenn du krank sollst sein
sag an wer sind die Eltern dein

Mein Vater war Markgraf an den Rhein
meine Mutter Königs Töchterlein

Und wenn du mirs nicht glauben willst
so geh an meine Kiste hin

Darin thut es geschrieben stehn
da kannst du es mit Augen sehn

Und als sie an die Kiste trat
rannen ihr die Tränen die Backen rab

Ach bringt mir Weck ach bringt mir Wein
das ist mein jüngstes Schwesterlein

Ich will kein Weck ich will kein Wein
will nur ein kleines Särgelein

Diese Fassung: Mündlich aus der Gegend von Heilbronn – ähnlich in Des Knaben Wunderhorn (1805)
in Deutscher Liederhort (1856)

1856

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