Es kamen drei Schneider wohl an den Rhein

Schneiderlieder | Trinklieder | | 1830
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Es kamen drei Schneider wohl an den Rhein
und kehrten beim Gastwirt zu Ingelheim ein

Sie hatten im Sack keinen Heller mehr
doch dürstete jeden von ihnen so sehr

Herr Wirt, wir hab´n keinen Kreuzer Geld
doch waren wir weit herum in der Welt

Wir können jeder ein Meisterstück
das lehren wir ihn, das bringt ihm Glück

Ihr Burschen, ich will euer Narr nicht sein
ich bin ja der Gastwirt von Ingelheim

Und könnt ihr nicht jeder ein Meisterstück
so brech ich auch jedem von euch das Genick

Der erste nun fing einen Sonnenstrahl
und fädelt ihn ein in die Nadel von Stahl

Er näht ein zerbrochenes Weinglas zusamm´
daß man auch die Naht nicht erkennen kann

Der zweite darauf eine Mücke fing
die grad über seine Nase ging

Die Mücke, die hatt´in dem Strumpfe ein Loch
so klein es auch war, er stopfte es doch

Der dritte, der nahm die Nadel zur Hand
und bohrte sich mächtig und tief in die Wand

Er flog wie ein Blitz durch das Nadelöhr
ich hab es gesehen bei meiner Ehr

Der Wirt sprach, sowas hab ich noch nie gesehn
drum soll euch, ihr Bursch, auch mein Dank nicht entgehn

Er nahm einen Fingerhut, schenkte ihn voll
da, Burschen, nun sauft euch toll und voll

Text: Karl Herloßsohn – um 1830
Musik: auf die Melodie von „Hab mir mein Weizen am Berg gesät“ –
Vorlage für den Text war aber wohl „Es zogen drei Burschen
in “ Der freie Turner “ -1913

 

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