Es kam ein Abenteurer zu reiten

Balladen und Moritaten | | 2012
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Es kam ein Abenteurer zu reiten
vor einer Frau Wirtin Tür
Frau Wirtin habt ihr Bier und Wein
und Futter für die Pferde

Der Reiter schaut bald hie bald da
Er schaut sich an die schöne Magd
Frau Wirthin ist das euer Töchterlein
oder ist es ein schönes Jungfräulein

Es ist dies eine gedungene Magd
Die wohl den Grafen den Wein auftragt
und ist es eine gedungene Magd
Die euren Grafen den Wein auftragt

So könntet ihr deß stille fchweigen
Daß ich bei eurer Magd könnt bleiben
Ein Stund oder zwei eine Nacht dabei
So lang ich will euer Gast hier sein

Ach ja mein Herr ich könnte wohl schweigen
Daß ihr bei meiner Magd mögt bleiben
Eine Stund oder zwei eine Nacht dabei
So lang ihr hier zu Gast wollt sein

Und als es war des Abends spat
Da sagte die Wirthin zu ihrer Magd
Der Herr will nun schon schlafen gehn
Du wackres Mädchen sollst mit ihm gehn

So manchen Tritt die Magd da thät
So floß ihr auch so manche Thrän
Sie rief die heilige Jungfrau mild
Zu wahren ihre Ehrd zu sein ihr Schild

Es begab sich da zur halben Nacht
Der Held wohl an sein Lieb gedacht
Wohlan mein Kind und kehr dich herum
Daß ich kann küssen den roten Mund

Wie könnt ich mein Herr herum mich drehn
Mein arm jung Herz tut mir so weh
Meine Blutsfreund wohnen fo fern im Land
Sie find dem Herrn ganz unbekannt

Und wohnen deine Freund so fern im Land
und sind sie mir ganz unbekannt
So nenne der Freunde zwei oder drei
Daß ich sie mag kennen und gehen dabei

Meine Mutter ist Frau Bertha genannt
Meine Schwester heißet die schön Joland
Mein Vater schreibt sich von Straßburg der Herr
und Konrad heißet der Bruder mein

So bist  du mein Schwester die schöne Wallreit
die ich sieben Jahre gesuchet so weit
So bist du meine Schwester. Nun Gott sei Dank
daß ich dich endlich gefunden han

Als Morgens früh der Tag anbrach
Da fing der Wirth zu rufen an
Steh auf steh auf du faule Magd
Es hat fchon lang gekräht der Hahn

Es ist fürwahr keine faule Magd
Sie ist so edel wie eine im Land
Es ist meine Schwefier die schöne Wallreit
um die ich sieben Jahr geritten so weit

Er hatte sie lieb er hatte sie werth
er nahm sie bei sich auf sein Pferd
er ritt mit ihr über Berg und Tal
bis daß sie zu ihrer Frau Mutter kam

Frau Mutter nahm sie wohl in den Arm
Herr Vater nahm sie bei der Hand
Die Schwester lief zum Keller hinein
und holte sogleich eine Kanne mit Wein

Text und Musik: anonym - seltsam der Titel bei Zuccalmaglio "Der Straßburger Sohn" , das eigentliche Motiv ist doch die verlorene und wiedergefundene Schwester - In Deutsche Volkslieder mit ihren Original-Weisen (1841, Band II)






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