Es fuhr ein Fuhrknecht über den Rhein (Der grausame Bruder)

Balladen und Moritaten | | 2012
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Es fuhr ein Fuhrknecht über den Rhein
er kehrt beim jungen Pfalzgrafen ein

Ach Pfalzgraf lieber Pfalzgraf mein
wo hast dein adlich Schwesterlein

Was fragst nach meinem Schwesterlein
sie wird dir wohl viel zu adlich sein

Soll sie mir viel zu adlich sein
sie hat fürwahr ein Kindlein klein

Hat sie fürwahr ein Kindlein klein
so soll sie nimmer mein Schwester sein

Da ließ er spannen sechs Roß an Wagn
und ließ gar bald sein Schwester herfahrn

Als nun die Gräfin gefahren kam
der jung Graf ihr entgegen sprang

Gott grüß dich Schwester hübsch und fein
wo hast dein artlich Kindelein

Ich hab fürwahr kein Kindelein
die Leut die gehn mit Lügen auf mich ein

Er nimmt sie bei ihrer schneeweißen Hand
und führt sie nach Holland zu dem Tanz

Er tanzt am Winter die lange Nacht
bis daß ihr die Milch zur Brust ausbrach

Ach Bruder hör auf denn es ist genug
daheime weint mein Fleisch und Blut

Er nimmt sie an ihrem schneeweißen Arm
und führt sie in die Kammer daß Gott erbarm

Er tritt sie am Winter die lange Nacht
bis daß man Lung und Leber sach

Ach Bruder hör auf denn es ist genug
es gehört dem König von England zu

Ach Schwester hättst dus mir ehr gesagt
was hätt ich fürn lieben Schwager gehabt

Es stund wohl kaum drei Tage an
der König von England geritten kam

Gott grüß dich Pfalzgraf hübsch und fein
wo hast dein adlich Schwesterlein

Mein Schwesterlein ist lange todt
sie liegt begraben röslinroth

Liegt sie begraben röslinroth
so mußt du leiden den bittern Tod

Da zog er aus sein glitzrig Schwert
und stachs dem Pfalzgrafen durch sein Herz

Er stachs ihm ins Herz so tief als er kann
Sieh an das hast deiner Schwester gethan

Er nahm das Kindlein wohl auf den Arm
Jetzt habn wir keine Mutter mehr daß Gott erbarm

Er wiegt das Kindlein in süße Ruh
und ritt mit ihm nach England zu

Text und Musik: Verfasser unbekannt – von Goethe 1771 im Elsaß aufgezeichnet.
in Deutscher Liederhort (1856) , mit zwei Melodien, die erste aus dem Elsaß im 2/4-Takt und an das Lied Es fiel ein Reif in der Frühlingsnacht erinnernd,  die zweite  ist beschwingt-fröhlich , im 6/8-Takt mündlich aus Schlesien überliefert. Sie scheint eher zu dem  Trinklied mit der gleichen Anfangsstrophe. zu gehören. Überhaupt scheint die Anfangsstrophe nicht recht zu der Geschichte passend. Bemerkenswert auch, daß der Bruder mit seiner Schwester nach Holland fahren will, doch wohl, um das Kind zu töten?  ( Ludwig Erk  bringt die Melodien in Deutscher Liederhort (1856) in anderer Reihenfolge)

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