Es freit ein wilder Wassermann (1856 , Hannäle)

Balladen und Moritaten | Liebeslieder | | 2012
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Es freit ein wilder Wassermann
von dem Berg und tiefen Tal
wohl über die See
er freit nach königlichem Adelstamm
nach der schönen Hannäle

Er ließ eine Brücke mit Gold beschlagn
von dem Berg und tiefen Thal
wol über die See
darauf sollt sie spazieren gehn gahn
die schöne Hannale

Sie gieng darüber so manchen Gang
von dem Berg und tiefen Thal
wol über die See
bis daß sie unter das Wasser sank
die schöne Hannale

Und als sie unter das Wasser sank
von dem Berg und tiefen Thal
wol über die See
ergreift sie der wilde WaSsermann
die schöne Hannale

Darunter war sie sieben Jahr
von dem Berg und tiefen Thal
wol über die See
bis sie ihm sieben Söhne gebar
die schöne Hannale

Und als sie bei der Wiege stand
von dem Berg und tiefen Thal
wol über die See
da hört sie einen Glockenklang
die schöne Hannale

Ach Wassermann lieber Wassermann
von dem Berg und tiefen Tal
wol über die See
laß mich einmal in die Kirche gehn gahn
mich arme Hannäle

Wenn ich dich laß in die Kirche gehn
von dem Berg und tiefen Thal
wol über die See
du möchtest mir nicht wiederkehrn
du schöne Hannale

Warum sollt ich nicht wiederkehrn
von dem Berg und tiefen Thal
wol über die See
wer würde mir meine siebn Kinder ernährn
mir armen Hannale

Und als sie auf den Kirchhof kam
von dem Berg und tiefen Thal
wol über die See
da neigt sich Laub und grünes Gras
vor der schönen Hannale

Und als sie in die Kirche kam
von dem Berg und tiefen Thal
wol über die See
da neigt sich Graf und Edelmann
vor der schönen Hannale

Der Vater macht die Bank ihr auf
von dem Berg und tiefen Thal
wol über die See
die Mutter legt das Kissen drauf
der schönen Hannale

Als sie nun wieder nach Hause wollt gehn
von dem Berg und tiefen Thal
wol über die See
ihr Vater und Mutter sie mit sich nehmn
die schöne Hannale

Sie setzten sie wol oben an Tisch
von dem Berg und tiefen Thal
wol über die See
und trugen ihr auf gebackne Fisch
der schönen Hannale

Und als sie im besten Essen war
was von dem Berg und tiefen Thal
wol über die See
fiel ihr ein Apfel auf den Schoß
der schönen Hannale

Ach liebe Mutter seid so gut
von dem Berg und tiefen Thal
wol über die See
werft mir den Apfel in Feuers Glut
mir armen Hannale

Ei willst mich hier verbrennen sehn
von dem Berg und tiefen Thal
wol über die See
wer wird denn unsre Kinder ernährn
du schöne Hannale

Die Kinder wolln wir beide theiln
von dem Berg und tiefen Thal
wol über die See
nehm ich ihr vier nimmst du ihr drei
ich arme Hannale

Nehm ich ihr drei nimmst du ihr drei
von dem Berg und tiefen Thal
wol über die See
das siebente wolln wir theilen gleich
du schöne Hannale

Nehm ich ein Bein nimmst du ein Bein
von dem Berg und tiefen Thal
wol über die See
daß wir einander gleiche sein
du schöne Hannale

Und eh ich mir laß mein Kind zertheiln
von dem Berg und tiefen Thal
wol über die See
viel lieber will ich im Wasser bleibn
ich arme Hannale

Diese Fassung :  vielfach mündlich überliefert , aus der Gegend von Hainau , Liegnitz und Breslau , mit etwas anderer Melodie aus Neukirch bei Goldberg in Schlesien und ebenfalls etwas anderer Melodie aus der Niederlausitz .
so abgedruckt in Deutscher Liederhort (1856)

Dazu von Ludwig Erk folgende Anmerkungen: 1,2.: Zwischen Berg und tiefen Thal / Von der Burg (von dem Berg) im tiefen Thal / bis wol über die See —  1,4 wol nach des Königs Tochter in Engeland  —  1,5. nach der schönen Hannele, Annele, Agnete, Linave, Dorothee etc —  2,1.:  Er ließ eine Brücke von Golde schlagn (von Golde baun) —  5.: Sie freiten wol ganzer sieben Jahr / bis daß sie sieben Söhne gebar — 6,4: hört sie die Glocken in Engeland — 15,4: Dies Zeichen gibt der Wassermann wie es in solchen Fällen die Nixen zu geben pflegen ( Vgl Deutsche Mythologie von Jac. Grimm Zweite Ausgabe Göttingen 1844 Bd I 464 — 16,1:  Ach Mutter seid doch ihr so gut

1856







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