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CD buch

Es treibt ein Schäfer mit der Herde hinaus
fili juchhei
er treibt nach grüner Heide hin
dem zitterten Bim Bum bei

Und als er in den Wald nein kam
was begegnet ihm da Ein Edelmann

Der Schäfer der nahm den Hut wohl ab
und bot dem Edelmann guten Tag

Ach Schäfer setze dein Hütchen auf
er soll sich meine Tochter heirathen

Ei wie wird denn Ihre Tochter ein n armen Schäfer nehmen
der schwarzbraun lederne Hosen trägt

Denn solch eine alte Hexe wie Ihre Tochter ist
die find t man bei dem Bauer wohl auf dem Mist

Der Edelmann faßt einen grimmigen Zorn
und schmiß den Schäfer wohl in den Thurm

Und als dies seine Mutter erfuhr
sie macht sich klipp nett sauber und klopfet an

Ach Edelmann geb er mir mein Söhnchen heraus
zweihundert Thaler geb ich ihm

Zweihundert Thaler ist mir kein Geld
der Schäfer soll sitzen bis es mir gefällt

Und als es nun sein Vater erfuhr
der macht sich klipp und klopfet an

Ach Edelmann geb er mein Söhnchen wieder heraus
dreihundert Thaler geb ich ihm

Dreihundert Thaler ist mir kein Geld
der Schäfer soll sitzen bis es mir gefällt

Und als es seine Liebste erfuhr
sie macht sich klipp und klopfet an

Ach Edelmann geb er mir mein n Liebsten wieder raus
zwei Tonnen Goldes geb ich ihm

Zwei Tonnen Goldes ist mir wohl Geld
Der Schäfer konnte gehn in’s weite Feld

Und als er seine Tonnen Goldes besah
da war es Blei und Hafer Kaff Spreu

Ei hätt ich meine Tonnen Goldes eher besehn
der Schäfer hätt müssen den Galgen zieren

Andere Fassung aus dem Zupfgeigenhansl

Ein Schäfer über die Brücke kam
da begegnet ihm ein Edelmann

Der Edelmann zog sein Hütlein ab
und bot dem Schäfer guten Tag

Ach Edelmann, laß dein Hütlein stohn
ich bin ein armer Schäferssohn

Bist du ein armer Schäferssohn
und hast doch Samt und Seide an?

Was gehts dich stolzen Edelmann an
wenn mirs mein Vater bezahlen kann?

Der Edelmann kriegt  einen grimmigen Zorn
und warf den Schäfer in festen Turm

Und als es dem Schäfer sein Vater erfuhr
macht er sich auf und ging hinzu

Ach Edelmann laß mein Sohn am Lebn
Dreihundert Taler will ich dir gebn

Dreihundert Taler ist mir kein Geld
euer Sohn muß sterben im breiten Feld

Und als es dem Schäfer sein Schätzchen erfuhr
macht es sich auf und ging hinzu

Ach Edelmann laß mein Schatz am Lebn
eine güldene Krone will ich dir gebn

Eine güldene Kron ist mir genug
Nimm du und setz sie auf mein Hut

Text und Musik: Verfasser anonym – mündlich überliefert . Obige Textfassung aus Die deutschen Volkslieder mit ihren Singweisen (1843, „Der Edelmann und der Schäfer“ mündlich aus Kuhz bei Prenzlow in der Uckermark) , das Lied ist auch bekannt aus Hessen , aus Brandenburg , Zerbst ( Sachsen – Anhalt ), Lothringen , Schweiz , auch als Kinderspiel aus Ostpreußen

Erste Melodie aus Hessen und Zerbst ( Sachsen Anhalt ), bei Ludwig Erk : Deutscher Liederhort (1856) aus dem Zupfgeigenhansl (1908) , Zweite Melodie aus der Uckermark, Dritte Melodie aus Lothringen . Vierte Melodie aus der Schweiz .

Das Lied ist in vielen Varianten verbreitet , mal nimmt der Edelmann die Jungfernschaft der Braut des Schäfers, dann eine goldene Krone , mal will er Geld, in den Versionen aus der Uckermark und aus Lothringen will er dem Schäfer seine Tochter zur Frau geben, weil dieser so wohlhabend ist.
Das Lied findet sich bei Erk / Böhme Liederhort I Nr. 43 — Zupfgeigenhansl (1908) — Alpenrose (1924 , dort : „Es reitet ein Edelherr über die Brugg“ , dritte Melodie ) — Verklingende Weisen I – Volkslieder aus Lothringen (1926 , „Es ging ein Edelmann über die Brück“ – hier die zweite Melodie ) —




Die Noten zu "Ein Schäfer über die Brücke kam":

292

Zweite Melodie zu "Ein Schäfer über die Brücke kam":

292-2




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