Ein Krieg hat sich gefangen an wohl zwischen dem Bauer und Bürgersmann

Weitere Volkslieder | | 2006
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Ein Krieg hat sich gefangen an
Wohl zwischen dem Bauer und Bürgersmann
Darvon ich jetzund will heben an
Ein neues Lied zu singen
Welcher wird gewinnen?

Der Bürger spricht aus Uebermuth:
„Mir sein so reich an Geld und Gut
Daß man für uns thut rucken den Hut;
Man thut uns gar fründlich grüßen
Thut manchen Bauern verdrießen.“


„Ach Bürger, schweig du itzund still
Und poch mit deinem Gut nit viel!
Merkauf, was ich dir itzund sagen will:
Man rucket vor Manchem den Hut
Hot kaum drei Heller im Gut.“


„Mir Bürger wohnen in der Stadt
Da es viel hohen Häuser hat
Darinnen haben wir ein weisen Rath
Darzu ein feste Mauern
Was habt ihr, groben Bauern?“


„Mir Bauern wohnen im wilden Wald
in Berg, Eben, überall
Unser sein ein große Zahl:
Dir Bürger aus der Stadt
könnt uns Bauern nit entrennen“


„Alles was man brauchen thut
Von Holz, Eisen, Stahl sogut
Leder, Silber, Gold auch darzu:
Das können wir Bürger machen
vun allerkunstlichen Sachen“


„Mir Bauern bauen Köm und Wein
Und mästen manches Rind und Schwein
Führen es in Stadt und Mark hinein
Durchaus die ganze Wochen
Ihr hätt‘ sonst nichts zu kochen“


„Mir Bürger handeln alsu fein
Mit allen Waaren, die da sein
Führen es in Land hinein;
Das müßt ihr Bauern kaufen
In Stadt und Mark drum laufen“


„Mir Bauern thun Euch Bürger ernährn,
Ihr Bürger thut das Unser verzehr’n
Halt Bürger! wir werden uns tapfer wehrn
Bürger sei nit zu stolze
Mir bringen dir sunst kein Holze!“


Der Bürger zu dem Bauern sprach:
„Ist das nit eine große Sach
Und daß ihr Bauern nit gebt nach;
Das Spiel habt ihr verloren
Und thät es euch noch so zoren.“


„Das fehlt euch, Bürger, noch gar weit
Mir Bauern wollen noch wol gewinnen den Streit
Mir Bauern sein auch gute Leut
Wenn her Baur nicks hätt zu verkaufen
Muß mancher Bürger entlaufen.“


„Mir Bürger und die Edelleut
Behalten den Preis zu aller Zeit
In allem ritterlichen Streit
lobt man die Bürger vor allen
Bauer, wie thut dir das gefallen?“


„Der Bauer noch der Allerbest
Er war der Erst und bleibt der Letzt‘,
Ihr Bürger seid der Bauern Gast
Und wenn kein Bauer nit wäre
Stund des Bürgers Kasten leere.“


„Mir Bürger sein von huchem Geschlecht,
Bauer, wir haben gewunnen das Recht
Sei du unser getreuer Knecht
Und thu uns das zu Ehren
Mir wollen dir es wieder verkehren!“


„Adam der war der erste Mann
Und da er aus dem Eden kam
Ward er ein Bauer und ein Ackersmann.
Ihr seid von Bauren geboren,
Und thät es euch noch so zoren.“


„Mir Bürger bleiben in unserm Stand
Haben auch Theil an Feld und Land
Ader, Wiesen und zu Hand.
Wir müssen uns ergeben
Wie Freund mit einander leben.“


„Bürger, das ist alles recht:
Gott ist der Herr, mir alle sein Knecht
Ein End hat unser langes Gefecht:
Wir wollen uns ergeben
Wie Freund mit einander leben.“


„Denn es gleich in dieser Welt
An Stand Gut oder Geld
Der Tod hat uns alle gezählt
Mir sein kummen uf Erden
Darzu müssen wir wieder werden.“


„Gott hat alle Dinge gar gutgemacht,
Hat alle Stand‘ ganz wohlbedacht
Einer den andern nit veracht.
Das Gott will von uns haben
Wir leben all seiner Gaben.“


„Ich bitteuch All,ihr wölltt fröhlich sein
Wir Bürger und Bauern in gemein
Und wollt Gott drum dankbar sein
Dem Bürger Glück und Heil!
Dem Bauern das halbe Theil!“


„Darmit will ich beschließen mein Gericht.
Ich bitt, wollt mirs haben vor übel nicht!
Nach Gottes Willen sich ein Jeder richt.
Im Gesang ist Niemand veracht
Ich hab ihn aus Kurzweil gedacht.“


„Ich wünsch euch allen Gottes Gnad‘
Dem Bürger in der werthen Stadt
Gott behüt den Bauer auch vor Schad!
Gottwöll uns allen geben
Hiernach das ewige Leben!“


„Amen, und daß es werde wahr!
Dem Bauern ein fruchtbars Jahr
Dem Bürger tausend Gulden baar
Daß sie Mark können laufen
Nach ihr Nothdurft einkaufen“


16. Jahrhundert







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