Ein Kränzlein ist gewunden

Liebeslieder | | 2005
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Ein Kränzlein ist gewunden
Dem liebsten Freunde mein
Von Kräutlein, die da stunden
In unserem Gärtelein
Recht in dem schönen Maien
Da alles grünen thut
Da sich die Vöglein freuen
Und manches Tierlein gut

Das will ich dir itzt senden
Mein tausend schöner Bul
Nimm es zu deinen Händen
Besich es recht und wol
Und laß es stets in Ehren
Für deinen Augen sein
Thu dich des nicht beschweren
Das bitt die Freundin dein

Merk mir die Kräutlein eben
Mein höchster Ehrenpreis
Der du wol weißt zu leben
Auch ohn dies mein Geheiß
Weil ich fortan soll wohnen
Bei dir, mein Herzgespan
Ein wenig sollst verschonen
Was ich freundlich vermahn

Je länger je lieber wirst du mir
Sag ich aus Herzensgrund
Je länger je lieber laß auch dir
Mich sein zu aller Stund
Je länger je lieber haben
Wird Gott alsdann auch uns
Dazu auch reichlich begaben
Sein Lieb ist nicht umsunst

Mein Augentrost der höchste
Der liebe Gott selber ist
Mein Augentrost der nächste
Mein treuer Freund du bist
Dein Augentrost ich bleibe
Mein Trost gefalle dir
Mein Äuglein sich erfreuen
Wann sie dich sehn mein Zier

Sei Wolgemuth von Herzen
Und bleib ein tapferer Held
Sei Wolgemuth ohn Schmerzen
Wenn schon ein Regen fällt!
Fein Wolgemuth laß über
Duck dich ein kleine Zeit
Die Sonn doch scheinet wieder
Und uns wie vor erfreut

Bei Tag und Nacht ich denke
wie ich mag dienen dir
Zu Tag und Nacht mich kränket
Wann du nicht bist allhier
Dich Tag und Nacht behüte
Der getreu und liebe Gott
Durch seine große Güte
Für Schanden und für Schad

Vergiß mein nicht in Treuen
Wie ich mich des versich
Es wird dich nicht gereuen
Das gläube sicherlich
Dein will ich nicht vergessen
So lang ichs Leben hab
Thu gleich herwieder messen
Das ist die beste Gab

Mannstreu thu mir erzeigen,
mein holder werther Mann!
Mannstreu gebührt dir eigen,
drum nimm dich meiner an!
Mannstreu beweis in Ehren,
die bistu schuldig mir!
Ich will hinwieder kehren
Mein weiblich Treu zu dir

Originaltitel: Ein Brautkranz, aus einem alten fliegenden Liederzettel des 16. Jahrhunderts in “ Idunna und Hermode „, 1812, S.149, nach Hoffmann von Fallersleben , Die deutschen Gesellschaftslieder , 1843, Melodie (Entlaubet ist der Walde).







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