Ein Knäblein ging spazieren

Liebeslieder | | 1817
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Ein Knäblein ging spazieren
ins Rosengärtelein
das Gärtlein war gezieret
mit schönen Blümelein

Er tät ein Röslein brechen
zum Fenster steckt ers nein
Tust schlafen oder wachen
Herzallerliebste mein

Ich schlafe nicht ich wache
von dir hab ich keine Ruh
wenn ich könnt mit dir reden
von Herzen wollt ichs tun

Die Tür ward aufgeschlossen
das Knäblein eingelan
er fand sein Liebchen weinen
seit gestern weint sie schon

Was zieht er aus der Tasche
ein seidnes Tüchelein
Nimm hin nimm hin Herzliebste
trockn ab dein Äugelein

Ich Hab dich nicht verlassen
das fiel mir ja nicht ein
nur solln die Leut nicht wissen
von unsrer Lieb und Treu

Und gehst du in die Schenke
so tritt nicht vorn hervor
tritt in den hintersten Winkel
für gwiß ich zieh dich vor

Und wenn ich dich werd schwenken
so sieh du mich nicht an
dann werdn die Leute denken
die sind einander gram

Und red ich mit einr Andern
dann kränk du dich nur nicht
ich red mit einer Andern
ich denk allein an dich

Und wirst du wollen heimgehn
so wart nur nicht auf mich
geh fort das schmale Steiglein
für gwiß ich komm dir nach

bei J. G. Meinert : Melodie mündlich aus Schlesien , Hainau – Text u.a. aus der Schweiz – Alte teutsche Volkslieder in der Mundart des Kuhländchens (1817) 3. Strophe nach Ludwig Erk : Die deutschen Volkslieder Band I, Heft6, Nr. 46 — 1: Ich ging wohl nächten späte ins Gastwirths Gärtelein, das Gärtlein war gezieret mit schönen Röselein ( Hainau ) — 2: Ich pflückte mir eins abe zum Fenster gab ichs nein Schatz schlafest oder wachest Herzallerliebste mein? ( Hainau ) Schwenken´. schwenken, die Mädchen im Tanzen emporheben ( Nach Meinert eine beliebte Sitte ) – in Deutscher Liederhort (1856)

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Die Noten zu "Ein Knäblein ging spazieren":

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