Ein Esel trabte seinen Schritt

Gedichte | 2011
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Ein Esel trabte seinen Schritt
ein leichter Windhund trabte mit.
Sie hatten einen Weg zu reisen.
Pfui! Spricht der Hund, du träges Tier,
man kömmt ja nicht vom Fleck mit dir!

Er jagt voraus. In weiten Kreisen
kehrt er zurück zum Esel hin,
begaffet ihn, verhöhnet ihn
und schießt dann fort gleich einem Pfeile
und macht sich drei aus einer Meile.


Sie gehen weit, bergauf bergab,
durch lange Wälder, lange Tristen,
der Esel immer seinen Trab,
das Windspiel immer in den Lüften.
Doch dieser springt und rennt und fliegt
so lange, bis auf halbem Wege
er lechzend auf den Rippen liegt.
Der Wohlbedächtige, der Träge,
kam an, wohin sein Amt ihn rief.


Wer war es, der geschwinder lief?

Text: Ludwig Heinrich Nicolai (1778)
in: Als der Großvater die Großmutter nahm (1885) 1778






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