Dunkel wars der Mond schien helle

Scherzlieder | | 1880
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Dunkel wars der Mond schien helle,
Schneebedeckt die grüne Flur
als ein Wagen blitzeschnelle,
langsam um die Ecke fuhr

Drinnen saßen stehend Leute
schweigend ins Gespräch vertieft
als ein totgeschossener Hase
auf der Sandbank Schlittschuh lief

Und der Wagen fuhr im Trabe
rückwärts einen Berg hinauf
Droben zog ein  weißer Rabe
grade eine Turmuhr auf

Und auf einer roten Bank
Die blau angestrichen war
Saß ein blond gelockter Jüngling
Mit kohlrabenschwarzem Haar.

Ringsumher herrscht tiefes Schweigen
und mit fürchterlichem Krach
spielten in des Grases Zweigen
zwei Kamele lautlos Schach

Und zwei Fische liefen munter
durch das blaue Kornfeld hin
Endlich ging die Sonne unter
und der graue Tag erschien

Droben auf dem Apfelbaume,
der sehr süße Birnen trug,
hing des Frühlings letzte Pflaume
und an Nüssen noch genug.

Dies Gedicht von Wolfgang Goethe
schrieb Schiller in der Abendröte
als er auf dem Nachttopf saß
und die Morgenzeitung las

Text: Verfasser unbekannt – vor 1900 entstanden, vermutlich eine von Schülern verfasste Satire auf ellenlange , grottenschlechte Gedichte, die sie auswendig lernen mussten. Der Anfang erinnert an das 19-strophige Werk des heute zu recht vergessenen Johann Friedrich Schlotterbecks von 1793: „In Myrtills verfallner Hütte / schimmerte die Lampe noch / als in seiner laufbahn Mitte / düster sich der Mond verkroch … aus gepressten Herzens Fülle / ringsum herrschte tiefe Stille.“
obige Version aus verschiedenen Fassungen zusammengetragen und vertont von Michael Zachcial , 2012. – zu hören auf der CD „Dunkel wars der Mond schien helle







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