Die Luft ist so blau und das Tal ist so grün

Wanderlieder | 2006
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Die Luft ist so blau
und das Tal ist so grün
Lieb Mütterlein lass
in die Fremde mich ziehn

Ich schnüre mein Bündel
dann zieh‘ ich hinaus,
den Stab in der Hand
und am Hute den Strauß.


Ich wandre durch Deutschland
und komm an den Rhein,
bei tüchtigen Meistern
da kehr‘ ich dann ein.


Und sitzt dann das Mütterlein
abends und spinnt,
denkt traurig: Wo weilt doch
mein einziges Kind?


Da klopft es gar lustig
ans Fensterlein klein,
da tritt zu der Türe
der Wanderbursch ein.


Gott grüß‘ dich, lieb‘ Mutter!
Schau, bist ja noch frisch!
Und schüttet ihr jauchzend
sein Geld auf den Tisch.


Ich lernte mein Handwerk
es bringt noch was ein;
bald werd‘ ich nun Meister
wie wirst du dich freun!

Text: Rosalie Koch (1844) 
Musik: trad. (1844)


Dieses Lied war in Preußen vor dem ersten Weltkrieg für den Unterricht in der dritten Klasse vorgeschrieben (Zentralblatt der preußischen Regierung von 1912)

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