Die güldne Sonne

Geistliche Lieder | 2005
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Die güldne Sonne voll Freude und Wonne
bringt unsern Grenzen mit ihrem Glänzen
ein herzerquickendes, liebliches Licht
Mein Haupt und Glieder, die lagen darnieder
aber nun steh ich, bin munter und fröhlich
schaue den Himmel mit meinem Gesicht    

Mein Auge schauet was Gott gebauet
Zu seinen Ehren und uns zu lehren,
Wie sein Vermögen dei mächtig und groß
Und wo die Frommen dann sollen hinkommen,
Wann sie mit Frieden von hinnen geschieden
Aus dieser Erde vergänglichem Schoß.

Lasset uns singen, dem Schöpfer bringen
Güter und Gaben; was wir nur haben
alles sei Gotte zum Opfer gesetzt
Die besten Güter sind unsere Gemüter
von ihn zu treten mit Danken und Beten
das ist ein Opfer, dran er sich ergötzt


Abend und Morgen, sind seine Sorgen
segnen und mehren, Unglück verwehren
sind seine Werke und Taten allein
Wenn wir uns legen, so ist er zugegen;
wenn wir aufstehen, so lässt er aufgehen
über uns seiner Barmherzigkeit Schein

Ich hab erhoben zu dir hoch droben
All meine Sinnen laß mein Beginnen
Ohn allen Anstoß und glücklich ergehn.
Laster und Schande des Seelenfeinds Bande,
Fallen und Tücke treib ferne zurücke;
Laß mich auf deinen Geboten bestehn.

Laß mich mit Freuden ohn alles Neiden
Sehen den Segen, den Du wirst legen
In meines Bruders und Nächsten Haus.
Geiziges Brennen, unchristliches Rennen
Nach Gut mit Sünde das tilge geschwinde
Aus meinem Herzen und wirf es hinaus.

Menschliches Wesen,
Was ist´s? Gewesen!
In einer Stunde geht es zu Grunde,
Sobald die Lüfte des Todes dreinwehn.
Alles in allen muß brechen und fallen;
Himmel und Erden, die müssen das werden,
Was sie gewesen vor ihrem Bestehn.

Alles vergehet.
Gott aber stehet
Ohn alles Wanken; seine Gedanken,
Sein Wort und Wille hat ewigen Grund.
Sein Heil und Gnaden, die nehmen nicht Schaden,
Heilen im Herzen die tödlichen Schmerzen,
Halten uns zeitlich und ewig gesund.

Gott, meine Krone,
Vergib und schone!
Laß meine Schulden in Gnad und Hulden
Aus deinen Augen sein abgewandt.
Sonst, Herr, regiere mich, lenke und führe,
Wie dir´s gefället ich habe gestellet
Alles in deine Beliebung und Hand.

Willst du mir geben, womit mein Leben
Ich kann ernähren, so laß mich höhren
Allzeit im Herzen dies heilige Wort:
Gott ist das Größte, das Schönste und Beste;
Gott ist das Süßte und Allergewißte,
Aus allen Schätzen der edelste Hort.

Willst Du mich kränken, mit Galle tränken,
Und soll von Plagen ich auch was tragen,
Wohlan, so mach es, wie dir es beliebt.
Was gut und tüchtig, was schädlich und nichtig
Meinem Gebeine, das weißt du alleine,
Hast niemals einen uu bitter betrübt.

Kreuz und Elende, das nimmt ein Ende;
Nach Meeresbrausen und Windessausen
Leuchtet der Sonne erwünschtes Gesicht.
Freude die Fülle und selige Stille
Darf ich erwarten im himmlischen Garten;
Dahin sind meine Gedanken gericht´t.

Text: Paul Gerhardt (1607-1676)
Musik: Johann Georg Ebeling (1666)
in: Was singet und klinget (1926) —







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