Der König wohl zu dem Herzog sprach

Freiheitslieder | Marienlieder | | 2006
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Der König wohl zu dem Herzog sprach:
„Ach Bruder, herzlieber Bruder!
Ach Bruder, herzliebster Bruder mein
wie wollen wir das nun beginnen
daß wir das freie reiche Dithmarschenland
ohne unsern Schaden können gewinnen?“

Sobald das Reinholt von Mailand vernahm
mit seinem langen gelben Barte
der sprach: „Wolln machen einen Boten bereit
und schicken nach der großen Garde;
will uns die große Garde Beistand tun
Dithmarschen soll unser wohl werden.“


Sobald die Garde diese Kunde vernahm,
sie rüstete sich so mächtig sehr
sie rüstet‘ sich wohl 15000 Mann stark
über die grüne Heide zu ziehen


,,Können wir nur des Königs Besoldung erwerben,
unsere Frauen sollen selbst wohl mit.“
Der Trommelschläger der schlug wohl an
sie zogen über die grüne Heide.


Und da die Garde zum Könige wohl kam:
„Ach König, mein lieber Herre!
Wo liegt doch nun das Dithmarschenland
im Himmel oder auf ebner Erde?“


 Dem König gefiel die Rede nicht wohl
er tat alsbald drauf entgegnen:
„Es ist nicht mit Ketten an den Himmel gebunden
es liegt wohl auf der niederen Erde.“


Der Garde Führer sprach mit starkem Mut:
„Ach König, mein lieber Herre!
Ist es nicht gebunden an den Himmel hoch
Dithmarschen soll unser bald werden.“


Er ließ die Trommeln ringsum schlagen
die Fähnlein ließ er fliegen
damit zogen sie einen langen breiten Weg
bis sie das Land zu Gesichte kriegten:
„Ach Ländchen tief, nun bin ich dir nicht weit
du sollst nun mein bald werden!“


Damit zogen sie zum hohen Windberge ein;
sie lagen da nur eine kleine Weile
sie zogen dann weiter nach Meldorf zu
ihren Übermut den täten sie treiben.


Sie steckten des Königs Banner zum hohen Turme aus
den Dithmarschen da zuleide
sie hingen ihre Schilde wohl über die Mauer
darüber ists ihnen nicht wohl ergangen.


Sie zogen noch ein wenig weiter fort
wohl nach dem Hemmingstedter Felde
da wurde auch die große Garde geschlagen
mit ihren tapferen Helden


Das Wetter war nicht klar
der Weg war auch schmal
die Gräben waren voll Wasser
dennoch zog die Garde noch weiter fort
mit einem trotzigen Mute (in trotzigem Eigenwillen)


Er hatte einen Harnisch über seinen Leib gezogen,
der schimmerte von Gold so rot
darüber war ein Panzer geschlagen
darauf täte er sich verlassen


Mit dem so sprang da ein Landsmann herzu
mit einem langen Speere
Er stach so stark, daß draus ein Krummhaken ward
und hing in dem Panzer so schwere.


Dem Landsmann ein andrer zu Hilfe kam,
den Speer wollten sie wieder holen
Die Garde war stark, drei hatten vollauf zu tun,
eh sie ihn konnten überwinden
Sie zogen ihn mit Sattel und Roß herab
wohl in den tiefen Graben


Da wurde auch der Holsteiner König geschlagen
mit all seinem großen Heere
da lag da sein Pferd, da lag auch sein Schwert
dazu die königliche Krone
Die Krone soll unsere Maria tragen
zu Aachen wohl in dem Dome


Text: 1500
nach Steinitz , I , S. 6 – dieser nennt als Quelle: Hans Detlev, Ditmars. histor. Relation (ca. 1634). Text hier nach Uhland Nr. 170 und Liliencron I Nr. 218 (= E. B. II Nr. 254).
Der
Anführer der Garde: Junker Thomas Slenitz





De könig wol to dem hertogen sprak:
„ach broder, harteleve broder!
ach broder, hartlevester broder min!
wo wille wi dat nu beginnen,
dat wi dat frie rike Ditmarschen land
ane unsen schaden mögen gewinnen?“


So bald dat Reinholt van Mailand vornam
mit einem langen gelen barde, de sprak:
„willn maken einen baden bereit
und schicken na der groten garde;
will uns de grote garde bistand don,
Ditmarschen schal unse wol werden.“


So bald de garde dise mere vornam
se rüstede sik so mechtig sere
se rüste sik wol vöfftein dusent man
stark aver de grone beide to trecken


„Köne wi men des königs besoldung erwarven
unse fröukens de seh ölen sulvest wol mede.“
De trummenschleger de schlog wol an
se togen aver de’grone beide.


Und do de garde tom könige wol quam:
„ach könig, min lever here!
wor licht doch nu dat Ditmarschen land
im heven odr up schlichter erden?“


Dem könige befil de rede nicht wol
he dede bald wedder spreken:
„it is nicht mit keden an den heven gebunden
it ligt wol an der siden erden.“


der garde her sprak do mit mode stark:
„ach könig, min lever here!
is it nicht gebunden an den heven hoch
Ditmarschen dat schal unse bald werden.“


He let de trummelen umme schlan
de fenlin de let he flogen
darmit togen se einen langen breden wech
bet se dat land int gesiebte kregen:
„ach lendeken dep! nu bin ik di nicht wid
du schalt min nu balde werden.“


Darmit togen se to hoger Wintbergen in,
se legen dar men eine kleine wile
se togen do vortan na Meldorp to
eren avermod den deden se driven


Se steken des königs banner tom bogen torne ut,
den Ditmarschen dar to gramme
se hengeden er schild wol aver de muren
daraver ist en nicht wol ergangen.


Se togen noch ein weinig wider vort
wol na der Hemmingsteder velde
dar blef ok de grote garde geschlagen
mit eren dapperen holden.


wedder was nicht klar, de wech äs ok schmal
raven weren vull water
iten toch de garde noch wider vort
einem trotzigen mode


He hadde einen hämisch aver sinen lif getagen
de schinede van golde so rode
dara
ver was ein panzer geschlagen
daru
p dede he sik vorlaten.


Mit dem so sprank dar ein landsman her

to
mit e
inem langen spere
he stak so stark dat drut ein krumhake ward
und hangede in dem panzer so schwere

Dem landesman ein ander to hülpe quam
dat sper wolden se wedder halen
de garde was stark, drei hadden vulle wark
er se en konden averwinnen
se togen en mit sadel und ross herdal
wohl in den depen graven.


Dar ward ok der Holsten könig geschlagen
mit alle sinem groten here
dar lach do sin perd, dar lach ok sin schwerd
darto de königlike krone
de krone de schal uns Maria dragen
to aken wol in dem dome

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