Der alte Wirt in Lancashire

Politische Lieder | | 2007
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Der alte Wirt in Lancashire
der zapft ein jämmerliches Bier
Er zapft´ es gestern, zapft es heute
Er zapft es nur für arme Leute

Die armen Leut von Lancashire
die gehen oft durch seine Türe
sie gehn in Schuhen, die entzwei
sie gehn in Röcken, die nicht neu
(Sie gehen in Schuhen, die verschlissen
Sie kommen in Röcken, die zerissen)

Der erste von dem armen Pack
Das ist der bleiche, stille Jack
Der spricht: „Wie auch die Händ´ich rührt´
zum Glücke hat´s mich nie geführt“
(Der spricht: „Und was ich auch begonnen –
hab nimmer Seide dabei gesponnen!“)

Und Tom begann: „Schon manches Jahr
Spann ich die Fäden fein und klar
das wollene Kleid war manchem lieb
und doch ich selber dürftig blieb!“
(Das wollene Kleid mocht manchem frommen –
Bin selbst aber nie in die Wolle gekommen!“ )

Und Bill darauf: „Mit treuer Hand
Führt ich den Pflug durch britisch Land
Die Saaten sah ich lustig stehn
doch hungrig mußt zu Bett ich gehn!“
(Die Saaten sah ich lustig prangen –
Bin selbst aber hungrig nach Bett gegangen!“)

Und weiter schallt’s: „Aus tiefem Schacht
Hat Ben manch Fuder Kohlen gebracht
doch als sein Weib gebar ein Kind
Goddam – die beid´n erfroren sind!“
(Doch als sein Weib ein Kind geboren –
Goddam – ist Weib und Kind erfroren!“)

Und Jack und Tom und Bill und Ben –
Sie riefen allesamt: „Goddam!“
Und selbe Nacht auf weichem Flaum
Ein Reicher lag in bösem Traum.

Text: Georg Weerth
Musik:
Steh ich in finstrer Mitternacht
in “ Der freie Turner “ – 1913







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