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Der alte Barbarossa
Der Kaiser Friederich
Im unterird´schen Schlosse
Hält er verzaubert sich.

Er ist niemals gestorben,
Er lebt darin noch jetzt;
Er hat, im Schloß verborgen,
Zum Schlaf sich hingesetzt.

Er hat hinabgenommen
Des Reiches Herrlichkeit
Und wird einst wiederkommen
Mit ihr zu seiner Zeit.

Der Stuhl ist elfenbeinern,
Darauf der Kaiser sitzt
Der Tisch ist marmelsteinern
Worauf sein Haupt er stützt.

Sein Bart ist nicht von Flachse
Er ist von Feuersglut
Ist durch den Tisch gewachsen
Worauf sein Kinn ausruht.

Er nickt als wie im Traume,
Sein Aug‘ halb offen zwinkt,
Und je nach langem Raume
Er einem Knaben winkt.

Er spricht im Schlaf zum Knaben:
„Geh hin vors Schloß, o Zwerg
Und sieh, ob noch die Raben
Herfliegen um den Berg!

Und wenn die alten Raben
Noch fliegen immerdar,
So muß ich auch noch schlafen
Verzaubert hundert Jahr“

Nach 1871 anonym hinzugedichtet:

So hat er lang geschlafen, 680 Jahr
da flogen fort die Raben und um den Berg ward´s klar
Der Alte ging zu Raste vor Wilhelms Kaiserpracht
statt Raben auf dem Aste, der Adler hält jetzt Wacht

Text: Friedrich Rückert – 1815
Musik: Johann Gersbach (1824) , auch von Friedrich Silcher () —
 auf die gleiche Melodie wird gesungen

u.a. in Allgemeines Deutsches Kommersbuch (1858) – Feuerwerker-Liederbuch (1883) — Liederbuch für die Deutschen in Österreich (1884), Melodie von Silcher ) — Als der Großvater die Großmutter nahm (1885) — — Liederbuch Postverband (1898) — Deutscher Sang (1903) — Albvereins-Liederbuch (1905) — Schulgesangbuch für höhere Lehranstalten (1912)– Deutsches Lautenlied (1914) — Weltkriegs-Liedersammlung (1926)

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Die Noten zu "Der alte Barbarossa":

1760

Zweite Melodie zu "Der alte Barbarossa":

1760-2




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