Das Jahr geht still zu Ende

Geistliche Lieder | 2012
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Das Jahr geht still zu Ende
nun sei auch still, mein Herz
In Gottes treue Hände
leg ich nun Freud und Schmerz
Und was dies Jahr umschlossen
was Gott der Herr nur weiß
die Tränen, die geflossen,
die Wunden brennend heiß

Warum es so viel Leiden
so kurzes Glück nur gibt?
Warum denn immer scheiden
wo wir so sehr geliebt?
So manches Aug gebrochen
und mancher Mund nun stumm
der erst noch hold gesprochen
Du armes Herz, warum?

Dass nicht vergessen werde
was man so gern vergisst
Dass diese arme Erde
nicht unsre Heimat ist
Es hat der Herr uns allen
die wir auf Ihn getauft
in Zions goldnen Hallen
ein Heimatrecht erkauft

Hier gehen wir und streuen
die Tränensaat ins Feld
dort werden wir uns freuen
im selgen Himmelszelt
Wir sehnen uns hienieden
dorthin ins Vaterhau
Und wissen´s: Die geschieden
die ruhen dort schon aus

O das ist sichres Gehen
durch diese Erdenzeit
Nur immer vorwärts sehen
mit selger Freudigkeit
Wird uns durch Grabeshügel
Der klare Blick verbaut
Herr, gib der Seele Flügel
dass sie hinüberschaut

Hilf Du uns durch die Zeiten
und mache fest das Herz
geh selber uns zur Seiten
und führ uns heimatwärts
Und ist es uns hienieden
so öde, so allein
o lass in Deinem Frieden
uns hier schon selig sein

Text: Eleonore Fürstin von Reuß (1835-1903)
Musik: Wie soll ich dich empfangen
in Kinderklänge (1921)







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