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CD buch

Da droben auf jenem Berge
da steht ein hohes Haus
da schauen wohl alle Frühmorgen
drei schöne Jungfrauen heraus

Die eine die heißet Susanne
die andere Anne Marei
die dritte die darf ich nicht nennen
weil sie es mein eigen soll sein

In meines Vaters Lustgarten
da stehen zwei Bäumelein
das eine das traget Muskaten
das andre Feinsnägelein

Muskaten und die sind süße
Feinsnäglein die riechen so wohl
die will ich meim Schätzchen verehren
daß ´s meiner gedenken soll

Da drunten in jenem Tale
da treibet das Wasser ein Rad
das mahlet nichts anders als Liebe
von Morgen bis Abend spat

Das Mühlrad ist zerbrochen
die Liebe hat noch kein End
und wenn zwei Herzliebchen sich scheiden
so reichens einander die Händ

Ach Scheiden du bitteres Scheiden
wer hat doch das Scheiden erdacht
das hat ja mein jung frisch Herze
aus Freud in Trauren gebracht

Text und Musik: Verfasser unbekannt , aus dem 18.Jahrhundert , in verschiedenen Fassungen verbreitet – Vielfach mündlich überliefert aus dem Hessen-Darmstädtischen , Odenwald , Meiningischen , aus Westfalen , Franken etc….

Ludwig Erk setzt in Deutscher Liederhort (1856) die Strophen 3. und 4. in Klammern, diese wären „Lieblingsstrophen“, die sich in vielen anderen Liedern fänden. siehe: In meines Vaters Garten

Er schreibt weiter zu den überlieferten Textvarianten: 1,2: Da steht ein goldenes (einsam) Haus — 1,3: Da gucken all Morgen und Abend (von Morgen bis Abend) — 2,2: Die andre Susannelein (Elselein) — 2,3: die dritte die tu (will) ich nicht nennen, die soll mein eigen sein — 5,4: Von Morgen bis in die Nacht — von Abend bis wieder an Tag 6,1: Das Rad das ist zerbrochen — Das Kammrad das ist zerbrochen — 6,2: die Liebe hat nun ein (hat doch kein) End — nun hat es die Liebe ein End — 6,3: und wenn zwei Verliebte tun scheiden so gebens … — 7,1: Ach Scheiden ach Scheiden ach Scheiden wer hat denn das Scheiden erdacht, das hat solch unsägliches Leiden manch jungem Herzen gebracht — 7,3: es hat ja mein jung frisch Leben zum Untergange gebracht — 7a: Und sollt ich einstmals sterben wo begräbt man mich denn hin ? In meines Liebchens Lustgarten wo rote Röselein sind — 7b: Und sind es keine Rosen so ists Muskatenkraut du hast mir die Eh (Treu) versprochen ,gelt Schein es hat dich gereut ? ( Odenwald ) — 7c: Es ist kein Apfel so schön und rund, es steckt ein Würmlein darin; es ist kein Mädchen von achtzehn Jahrn, es hat einen falschen Sinn (Vgl Simrock : Volkslieder S. 312) — 7d: Wer kann denn nun Vertrauen? scheidt er ihnen aus dem Aug, ein falscher Sinn , ein hoher Mut, ist aller Jungfern ihr Brauch — 7e: In meines Vaters Lustgarten ( siehe Anmerkungen zu 3.u.4. oben, Vgl auch J. F. Reichardt : Musikalisches Kunst Magazin I.Band, Berlin 1782 S. 99 u. 214) — Hierher gehören die Lieder Mit Lust tät ich ausreiten und Dort oben auf dem Berge ( Uhland I , 60 u. 61, das letztere vo 1544)

in: Schwäbisches Soldaten-Liederbuch (Als „Hoch droben auf hohen Bergen“ in gekürzter Fassung) — Zupfgeigenhansl (1908, etwas andere Textfassung) — Alte und Neue Lieder (ca.1910, erstes Heft: 1,2,5,6,7) — Volkslieder für die arbeitende Jugend (1914) — Soldatenlieder-Sammlung (1914-1918 , DVA 107098) — Weltkriegs-Liedersammlung (1926) —

Aus dem Ersten Weltkrieg ( DVA A 107098 )

1. Da droben auf jenem Berge,
Da steht ein hohes Haus,
Da schauen alle Frühmorgen
Drei schöne Jungfrauen heraus.
2. Die eine, die heißt Susanne,
Die andre Annemarei,
Die dritte, die darf ich nicht nennen,
Die soll mein eigen sein.
3. Da drunten in jenem Tale,
Da treibt das Wasser ein Rad,
Mich aber, mich treibt das Sehnen
Von morgens bis abends spat.
4. Das Mühlrad ist zerbrochen
Das Lieben hat nun ein End‘
Und wo sich zwei Liebende scheiden
So reichens einander die Händ‘.
5. Ach Scheiden, ach Scheiden, ach Scheiden,
Wer hat nur das leidige Scheiden erdacht?
Es hat das leidige Scheiden
Manch junges Herz traurig gemacht.
6. Das Liedlein, das hat nun ein Ende,
Es hat wohl ein Müller erdacht,
Den hat des Ritters Töchterlein
Vom Lieben zum Scheiden gebracht.

Ltn d.R.Werner, Gren.R.12
Guben, Kaltenbornerstr.25




Die Noten zu "Da droben auf jenem Berge":

1384

Zweite Melodie zu "Da droben auf jenem Berge":

1384-2




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