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Ach, das Exmatrikulieren
ist ein böses Ding, ja, ja!
Mich befällt ein leises Frieren
denk ich an Examina.
Mir wird bang und immer bänger
denn die schöne Zeit ist aus!
Zögern darf ich nun nicht länger
muß zurück ins Vaterhaus!

Der Papa, der schreibt posttäglich:
„Lieber Sohn, bist fertig Du?“
Fertig? Ja, und das ist kläglich
fertig mit dem Geld im Nu.
Aber sollte ich mich zeigen
fertig in Gelehrsamkeit:
ach, ich kann’s mir nicht verschweigen
darin kam ich nicht zu weit

Wohlgespitzt die scharfe Feder
und den Spicker tintenvoll,
sass ich da vor dem Katheder
dem der Weisheit Wort entquoll.
Alles wurde nachgeschrieben
in den Heften schwarz auf weiss,
doch da ist es auch geblieben
in den Kopf kam nicht mein Fleiß

Hatte ja so viel zu denken
an Kommers und Komitat,
musste meinen Sinn oft lenken
auf den flotten Burschenstaat.
Ei, da war gar lang zu sparen
wusste kaum noch, wo und wie.
Fehlt es mir auch oft am Baren
an den Bären fehlt es nie

Anders werden nun die Zeiten
Prosa wird die Poesie
alle unsere Herrlichkeiten
sind verrauscht und kehren nie
Nun Valet soll ich Dir geben
du fidele Burschenwelt!
Muß nun als Philister leben
der die Welt im Gleis‘ erhält

Burschen, ihr bemoosten Alten
unser Leben war so schön!
Das Gesicht in schwarzen Falten
werden wir uns wiedersehn.
Doch wir denken gern, ihr Lieben
an die Stunden freudenhell
klassisch war, was wir getrieben
klassisch selber der Predell

Text: nach Friedrich Wilhem Gabriel vor 1842 (1784-1864)

u.a. in: Allgemeines Deutsches Kommersbuch (1858) – Bundesliederbuch der Deutschen in Böhmen (ca.1900)

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Die Noten zu "Ach das Exmatrikulieren":

1711




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