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Der Abschied, die Heimat, der Schatz

… Friedlaender wies darauf hin, daß die Gefahr, die dem Soldatenliede durch die Einbürgerung des Gesangspossen-Schundes gedroht hatte, wie mit einem Schlage verschwunden sei. Kein Possencouplet wird mehr gesungen. Und im Gegensatz zu unsern Feinden steht in den Liedern unserer Krieger nichts Ruhmrediges, nichts von Haß, Verachtung und Geringschätzung des Feindes. Was wird besungen? Der Abschied, die Heimat, der Schatz, das Elternhaus, der Friede!

Sehr amüsant wirkte der dem Hörer in Tönen veranschaulichte Gegensatz zwischen dem (einzigen) Liede der englischen Soldaten „Its a long way to Tipparary“, einem Couplet niederster Art mit Nigger-Rhythmus, und dem Lieblingsliede unserer Soldaten, der Umdichtung von „Ich hatt´einen Kameraden“. (Die „Times“ freilich sind der Auffassung, daß der Deutsche sein Herz stets auf der Zunge trage, während ihr Tommy es still im Busen hält.) Sehr mit Recht betonte Friedlaender die besonders schöne deutsche Innigkeit dieser Umdichtung, deren Entstehung auf die vertraute und somit legere Behandlung des Originals zurückzuführen ist und auf das Bedürfnis, anstelle der Schwermut etwas Bejahendes zu setzen.

Die Melodie zu dem Originalgedicht Uhlands wurde 1825 von Friedrich Silcher notiert. Die neue, vielfältig zusammengesetzte Fassung des Liedes verwendet des weiteren Hesekiels „Gloria Victoria“; ferner das Job. Abr. P. Schultz zugeschriebene „Ihr Kinderlein kommet“, wobei sich die kindlich-rührende Weihnachtsmelodie mit einem Text von den „Vöglein im Walde“ verbindet, Dinge, die dem Deutschen gleich liebe Heimats-Erinnerungen bedeuten; und der Schluß des Liedes entstammt der Melodie von „Wo findet die Seele die Heimat …“ (Pastor Knaack). …

aus: Heinz Tiessen : Vaterlands- und Kriegslieder , in: Allgemeine Musikzeitung , Jg. 1915, Nr. 12 , S. 187 Wenn Tiessen, der hier einen Kriegsvortrag des Musikwissenschaftlers und Liedforschers Prof. Dr. Max Friedländer referiert, behauptet, daß in den deutschen Soldatenliedern „nichts von Haß, Verachtung und Geringschätzung des Feindes“ stände, so ignoriert er dabei Liedersammmlungen wie “ Jeder Schuß ein Ruß “ oder “ Jeder Stoß ein Franzos “ und viele andere – siehe z.B. die Weltkriegs-Liedersammlung von 1926.







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