Aufruf zur Gründung von Kriegsschulmuseen (1915)

Lied und Erster Weltkrieg | | 2009
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Schulmuseum für Kriegserinnerungen

Jede Schule in Stadt und Land gründe sich jetzt ein Schulmuseum für Kriegserinnerungen

Zweck: Das heimatliche Schulmuseum für Kriegserinnerungen soll die Jugend anschaulich und dauernd darüber belehren, was in unserer großen Zeit Vaterland und Heimat, einig und stark, durchlebten und erreichten, und was hierbei die Einwohner der Gemeinde, im Felde oder daheim, geleistet haben

Einrichtung

Während des Krieges durch Vorarbeit: Materialsammlung für die Schul- und Kriegschronik der Gemeinde. Kriegswohlfahrtspflege. Kriegsabende, Jugendpflege usw. Album für sämtliche Kriegsteilnehmer aus der Schulgemeinde, Teilnehmer alphabetisch geordnet, bei jedem Daten und persönliche Erlebnisse. Das Meldenbuch oder die Meldentafel. Nähere Angaben, möglichst mit Photographien, über die auf dem Felde der Ehre gefallenen Kriegsteilnehmer aus der Heimat. Sammlung von Literatur und Bildwerken. In der Heimat gelesene Zeitungen vom 1. August 1914 ab, illustrierte Zeitschriften, Bücher, Bilder, Kriegskarten, Depeschen, Verlustlisten, Abschriften, Gedichte, Lieder, Briefe, auch in Abschriften, Broschüren u.a.

Nach dem Kriege Fortsetzung der obigen Vorarbeiten: Hierfür wäre es erwünscht, daß das Königliche Kriegsministerium nach dem Friedensschlüsse jeder preußischen Schule aus der Kriegsbeute eine kleine Lehrmittelsammlung, Waffen, Munition, Uniformen oder deren Abbildungen stiftet.

Seitens der Schulgemeinde: Anschaffung von Behältnissen für die Sammlung, z. Beisp. eines Glasschrankes für kleine Schulen, eines besonderen Raumes für größere Schulen, vielleicht im Zusammenhange mit dem Lehrmittelzimmer. Auch mancher Schulflur wird geeignete Wandflächen für Glasschränke bieten. Wo schon ein Stadt- oder Dorfmuseum, eine Volks-, Fortbildungs-Schulbücherei, oder eine Lesehalle besteht, könnte die Sammlung für Kriegserinnerungen angegliedert werden.

Gründung: Der Entschluß zur Gründung eines eigenen Schulmuseums für Kriegserinnerungen oder dessen Angliederung an vorhandene Einrichtungen, müßte in jedem Dorf und in jeder Stadt ungesäumt gefaßt werden. Die Lehrerschaft wird gewiß gern dessen Ausführung übernehmen.

Gustav Gericke , Kantor ,  Veiten bei Berlin , in: Schule und Krieg. Sonderausstellung im Zentral Institut für Erziehung und Unterricht Berlin , Berlin 1915

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